Verena Mildner-Misz untersucht zum ersten Mal die Stimmvielfalt aus dem westdeutschen Protestantismus zum Nahostkonflikt im Zeitraum 1967 bis 1989. Auf der Grundlage umfangreicher archivalischer und bibliothekarischer Recherchen analysiert sie die politisch-theologischen Argumentationszusammenhänge protestantischer Verlautbarungen und ordnet diese in die gesellschaftlichen sowie kirchlich-theologischen Debatten ein. Die Untersuchung zeigt, dass der Nahostkonflikt häufig als Projektionsfläche theologischer Deutungsstreitigkeiten über die Themen Judentum und Staat Israel diente und die theologischen Differenzen wesentlich zur Polarisierung der Debatte im westdeutschen Protestantismus beitrugen.