Additiv gefertigte Titanaluminide gelten als vielversprechende Hochtemperaturwerkstoffe für Luft- und Raumfahrtanwendungen. Ihre mechanische Leistungsfähigkeit wird durch die Mikrostruktur und fertigungsspezifische Defekte bestimmt, deren Lebensdauereinfluss bislang nur begrenzt quantifizierbar war. Die Titanaluminid-Legierungen TNM-B1 und BMBF3 werden mittels Elektronenstrahl-Pulverbettschmelzen und Laserauftragsschweißen hergestellt und hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung, Mikrostruktur und Härte sowie ihres temperaturabhängigen Zug- und Ermüdungsverhaltens charakterisiert. Fraktografische Analysen ermöglichen die systematische Identifikation der bruchauslösenden Defekte. Mithilfe der bruchmechanischen Modelle nach Murakami, Kitagawa-Takahashi und Shiozawa wird der Defekteinfluss quantitativ erfasst und eine Methodik zur werkstoff- und fertigungsübergreifenden Bewertung der Defekttoleranz entwickelt. Die Ergebnisse liefern eine zuverlässige Grundlage für die defekttolerante Auslegung und effiziente Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Titanaluminid-Bauteilen.